Das Schweizer «Dream Team» präsentierte sich in Zürich

Eine grosse Premiere in der Geschichte des Schweizer Motorradrennsports: Die beiden Teams Derendinger-Interwetten (Thomas Lüthi) und Technomag-Interwetten (Dominique Aegerter und Robin Mulhauser) wurden am vergangenen Samstag im Rahmen der Swiss-Moto in Zürich, dem grössten Motorradevent des Landes zu Beginn der Saison, nicht nur den Medien, sondern gleichzeitig auch dem nationalen Motorradvolk präsentiert.

Begleitet von Olivier Métraux, dem Präsidenten der Swiss Automotive Group und gleichzeitig Hauptsponsor des Grossprojekts, sowie Frédéric Corminboeuf, dem Besitzer der beiden Teamstrukturen, welche 2015 an der Moto2-Weltmeisterschaft teilnehmen werden, beantworteten die drei Fahrer nur 24 Stunden nach ihrer Rückkehr von den Testfahrten in Jerez-de-la-Frontera geduldig auf alle Fragen.

"Es ist eine grosse Freude und Genugtuung, drei Schweizer Topfahrer und einem Dach vereinen zu können und gleichzeitig bei jedem Rennen das Podest als Zielsetzung zu haben", betonte Olivier Métraux, "aber in diesem Sport sind es die Fahrer mit ihren Teams, welche die Gipfel zu erklettern versuchen. Wir als Partner begleiten sie dabei mit grosser Begeisterung".

Der Waadtländer Industrielle Métraux erklärte danach die Hintergründe des vielversprechenden Zusammenschlusses: "Als Daniel M. Epp, der langjährige Mentor von Tom Lüthi, im vergangenen Jahr beschloss, seine Aktivitäten im GP-Sport einzustellen und sein Team aufzulösen, hat er sich an erster Stelle an uns gewandt. Denn er war überzeugt davon, dass wir für seinen Fahrer die beste Alternative für die Zukunft darstellen würden. Dank der Unterstützung seiner treuen Sponsoren ist uns gelungen, ein zweites Team aufzubauen und damit Tom in unsere Struktur einzubinden. Bereits die ersten Kontakte waren sehr positiv verlaufen und haben rasch zu einem gegenseitigen Enthusiasmus geführt."

Der Besitzer der beiden Teams und Chef auf dem Rennplatz ist Frédéric Corminboeuf. Er hat die nicht ganz einfache Aufgabe, die gesamte Struktur zu einem reibungslos funktionierenden Ganzen zu formen. "Die grossen Teams in der Formel 1 und im MotoGP umfassen fast immer zwei Topfahrer. Ich bin überzeugt, dass dieses Schema notwendig ist, um sich auf höchstem Niveau durchzusetzen. Ich habe zwei schnelle, intelligente und professionell arbeitende Piloten, Thomas Lüthi und Dominique Aegerter. Ich bin also nicht beunruhigt und davon überzeugt, dass sich die teaminterne Konkurrenz positiv auswirken wird. Und Achtung: Auch Robin Mulhauser kann von der Unterstützung der beiden Spitzenpiloten nur profitieren."

Die Fahrer selbst gaben zu bedenken, dass vor dem ersten Rennen am 29. März in Katar noch sehr viel Arbeit auf sie wartet. Denn seit der Wiederaufnahme des Trainings hatte das Team mit schwierigsten Wetterverhältnissen zu kämpfen. Erst diese Woche in Jerez de la Frontera im Süden Spaniens waren die Bedingungen besser. "Bis zum ersten Rennen dauert es noch einen ganzen Monat, es gibt also keinen Grund zur Beunruhigung", erklärte Thomas Lüthi, Vierter der Tests in Valencia vor zwei Wochen und Zehnter in Jerez. "Natürlich will ich immer auf der Zeitentabelle ganz oben stehen, aber zu diesem Zeitpunkt betreiben wir noch Aufbauarbeit. Und dafür braucht es akribisches, konzentriertes Arbeiten. An jedem Testtag haben wir neue Lösungen gefunden und uns gesteigert, das ist positiv."

Aus der Sicht von Dominique Aegerter, der noch nie zu den grossen Trainingsspezialisten gehört hat, beim ersten Rennen aber immer in Topform antritt, tönt es ähnlich: "Wir müssen nicht jetzt, sondern in einem Monat vorne sein. Noch nie in meiner ganzen Karriere haben wir in drei Tagen so viele Dinge ausprobieren können. Das zeigt auf, wie effizient unsere Arbeitsweise im Moment ist."

Auch der "Lehrling" der neuen Teamstruktur, Robin Mulhauser, freut sich auf das neue Abenteuer: "Die Stimmung im Team ist ausgezeichnet. Ich lerne sehr viel, indem ich Thomas beim Arbeiten zusehe, und ich fühle mich von Tag zu Tag besser. Leider muss ich noch ein wenig geduldig mit meiner rechten Schulter sein, die im vergangenen Dezember operiert werden musste", erklärt der junge Freiburger.

Die Motorrad-Weltmeisterschaft 2015 beginnt am letzten Sonntag im März (29.3.) unter Flutlicht auf dem Circuit von Losail in Katar.

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